Forschungsprojekte professionell managen

Eine Google-Suche zu dem Thema „Projektmanagement im Forschungsbereich“ ist relativ unergiebig. Offenbar konzentriert sich die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Projektmanagement im Wesentlichen auf kommerzielle Projekte z.B. im Anlagenbau  oder in der Softwareentwicklung. Dabei stehen im Forschungsbereich ganz andere Fragen im Vordergrund als bei kommerziellen Projekten oder auch Entwicklungsprojekten.

Das Risiko des kompletten Scheiterns ist bei kommerziellen Projekten meist relativ gering. Denn ein Unternehmen wird es sich sehr genau überlegen, ein Projekt mit ungewissem Ausgang anzunehmen, denn das Scheitern kann die Existenz der ganzen Firma aufs Spiel setzen.

Deswegen steht die Frage des WAS? bei kommerziellen Projekten in der Projektabwicklung im Hintergrund; Es gibt im Allgemeinen einen Vertrag mit dem Kunden, der definiert, welches Erzeugnis zu wann in welcher Qualität und zu welchem Preis geliefert werden soll. Es geht dann mehr um das WIE? Das heißt, wie soll das Projekt genau ablaufen, wer soll das Projekt leiten, mit welchen Lieferanten wird zusammengearbeitet, wo wird gefertigt usw.

Bei Entwicklungsprojekten gibt es meistens wenigstens ein Pflichtenheft, das zur Strukturierung des Projektes herangezogen werden kann.

Bei Forschungsprojekten dagegen ist es am Anfang des Prozesses häufig völlig unklar, worin das inhaltliche Ziel genau besteht und ob es überhaupt erreicht werden kann. Es besteht also ein hohes Risiko, das Projektziel insgesamt zu verfehlen.

Diese Unklarheiten sollten den Projektverantwortlichen aber nicht davon abhalten, wenigstens die bekannten Ziele und Randbedingungen zu dokumentieren. In der Praxis scheint dies aber oft nicht zu passieren. Auf einem Workshop, den ich an einer Universität mit Doktoranden durchgeführt habe, musste ich feststellen, dass bei vielen Teilnehmern die grundlegendsten Kenntnisse über das Projektmanagement nicht vorhanden waren. Viele Projekte der Teilnehmer schleppten sich offenbar dahin oder verliefen irgendwie im Sande. In Zeiten leerer Kassen und einem sich verschärfenden globalen Wettbewerb ist diese Verschwendung von Ressourcen natürlich auf Dauer nicht hinnehmbar. Wie kommt es aber dazu, dass Forschungsprojekte nicht immer professionell gemanagt werden?

Neben der schieren Unkenntnis von Projektmanagement-Tools kommt es sicher auch daher, dass bei kommerziellen Projekten meist ein Auftraggeber klar definiert ist, der einen Projektleiter mit der Durchführung eines bestimmten Projektes betraut. Forschungsprojekte entstehen dagegen häufig aus offenen Fragestellungen, die sich in einem laufenden Forschungsprozess ergeben. Der Forscher ist also sein eigener Auftraggeber und gleichzeitig sein eigener Projektmanager.

Nutzen von Projektmanagement

 

Daraus können erhebliche Gefahren bei der Durchführung des Projektes entstehen: Wenn für den Forscher die Richtung klar erscheint und er deshalb die Projektziele, den Zeitplan und die zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht sauber definiert, ist ein späteres Projektcontrolling kaum möglich: Die genaue Definition von Zielen und Zwischenzielen (Meilensteinen) und die Überprüfung ihrer Einhaltung sind aber unerlässliche Mittel, um rechtzeitig

  • Korrekturmaßnahmen einzuleiten,
  • die Ziele neu zu definieren
  • oder auch das Projekt abzubrechen

 

Meilensteine im Projekt

Meilensteine im Projekt

Und auch die Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten und mit externen Partnern ist wesentlich einfacher, wenn eine schriftliche Dokumentation (siehe DIN 69901) existiert über

  • Zielvorgaben
  • Ressourcen in zeitlicher, finanzieller, personeller und anderer Hinsicht
  • die Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben
  • und die projektspezifische Organisation

Jedes Projekt gliedert sich in 4 Phasen:

  • Definition
  • Planung
  • Durchführung
  • Abschluss

Gerade in der Definitionsphase ist der gezielte Einsatz von Kreativtechniken wie z.B. Brainstorming und Mindmapping sehr wichtig, um systematisch Ideen zu generieren und sich nicht zu früh auf eine Richtung festzulegen.

Planabweichungen sind nicht immer negativ

Natürlich folgen in Forschungsprojekten die Phasen nicht immer sequentiell aufeinander. Denn bei festgestellten Abweichungen vom Projektplan kann es durchaus dazu kommen, dass Ziele neu definiert werden und der ganze Projektplan noch einmal überarbeitet und angepasst werden muss. Dies muss nicht negativ sein: Vielleicht ergeben sich neue Chancen in Form neuer Anwendungsfelder oder auch verbesserter Leistungsdaten, und die Ziele können nach oben revidiert werden.

 

Phasen im Projekt

Phasen im Projekt

Es kann sinnvoll sein, die Aufgaben des Projektmanagements zumindest teilweise an andere Mitarbeiter zu delegieren, denn jeder Mensch hat unterschiedliche Stärken und Schwächen. Eine sorgfältige Projektdokumentation, das Nachhalten des Projektbudgets oder regelmäßige Einladungen zu Projektmeetings vertragen sich vielleicht nicht mit einem freien und kreativen Forschergeist. Diese Aufgaben sind aber auch sehr wichtig um das Projekt erfolgreich abzuschließen.

Fazit

Die wesentlichen Instrumente des Projektmanagements haben auch für Forschungsprojekte ihre Gültigkeit. Besonderes Augenmerk sollte auf die Anfangsphase gelegt werden, in der Kreativtechniken wichtig sind, um das Gesichtsfeld nicht zu schnell einzuengen. Und in der Projektdurchführung sollte damit gerechnet werden, dass auch einmal in eine frühere Phase zurück gesprungen werden muss, um geänderte Rahmenbedingungen oder neu definierte Ziele zu berücksichtigen.

Quellen

  • Projektmanagement in der Forschung, von Dr. Daniel Baumann, Dr. Olga Pardo Escher und Urs Witschi, in: Projektmagazin.de, 12/2005
  • DIN 69901

Ich hasse Zeitmanagement

Projektpläne, Aufgabenlisten und Maßnahmenpläne sind ein Gräuel für mich. Viel lieber würde ich spontan arbeiten und auf die spontanen Ideen und Eindrücke eingehen, die jederzeit auf mich einströmen. Aber leider ist eine spontane Arbeitsweise absolut nicht effektiv: Gute Ideen sind keine Mangelware. Wir sehen es täglich: Es ist viel schwerer, Vorhaben erfolgreich umzusetzen als Ideen zu entwickeln. Eine professionelle Arbeitsweise verlangt eine gute Planung.

 

Eine effektive Arbeitsweise hat zwei Facetten:

 

  1. Vorhaben effektiv umsetzen
  2. Die eigene Arbeit managen

 

In diesem Artikel geht es um das erste Thema, über Selbstmanagement lesen Sie im nächsten Beitrag.

Projektplanung

Wie können wir Ideen und Vorhaben auf eine sichere Art und Weise realisieren? Organisieren Sie alles, was Sie beruflich oder privat anpacken als Projekt.

In diesen Einzelprojekten können Sie jede relevante Information in eine der folgenden drei Kategorien einteilen:

  • Maßnahmen
  • Ideenspeicher
  • Nützliche Informationen

 

Die wichtigste Kategorie sind hierbei die Maßnahmen. Alle nötigen Aktionen, die nicht in Maßnahmenplänen stehen und mit klaren Prioritäten, Verantwortlichkeiten und Terminen versehen ist, wird  früher oder später vergessen. Dies gilt gerade für alle Vorhaben, an denen mehrere Menschen mitarbeiten.

 

Die Grundform eines Maßnahmenplanes ist relativ einfach und besteht aus den Spalten

  •  Nr.
  • Maßnahme
  • Verantwortlich
  • Starttermin
  • Endtermin

Durch die Nummerierung können Sie die Maßnahmen hierarchisch gliedern und ordnen.

Maßnahmen

Maßnahmen sind der wichtigste Teil der Umsetzung. Für eine Maßnahme darf immer nur eine Person verantwortlich sein. Und die Maßnahmen müssen klar terminiert sein.

 

Ideenspeicher

In jedem Projekt kommen in der Umsetzung weitere Punkte auf, die den Charakter von Maßnehmen haben, allerdings im Moment nicht umgesetzt werden sollen. Diese Ideen können aber später in diesem oder einem anderen Projekt eventuell weiterhelfen. Notieren Sie diese Ideen in einem separaten Verzeichnis.

Nützliche Informationen

In diesem Verzeichnis notieren Sie alle Informationen, die nicht direkt in Maßnahmen umgesetzt werden, aber eventuell für das Vorhaben auch relevant sind: Informationen über das Kundenunternehmen, rechtliche Rahmenbedingungen, Konkurrenzinformationen, Namen von Ansprechpartnern bei Partnerunternehmen etc.

 

Kreative Phasen

Beispiel für ein Mindmap mit einem fiktiven Marketingplan

Beispiel für ein Mindmap

Informationsüberflutung ist zu einem Modewort geworden ist und viele Berufstätige  schimpfen über die Überflutung mit E-Mails. Das heißt aber nicht, dass uns die nötigen Informationen von selbst zufliegen.

 

Kreativtechniken wie Mindmap oder Brainstorming sind weiterhin relevant. Eine bewusst eingeplante Phase der Kreativität speziell am Anfang eines Projektes oder eines Vorhabens ist sehr wichtig, bevor ein Maßnahmenplan geschrieben wird. Diese kreativen Phasen helfen uns, mehrere Facetten der Idee zu entdecken. Wenn wir uns zu früh auf einen Weg festlegen, dann übersehen wir vielleicht eine bessere Lösung.

 

Um alle Facetten eines Projektes zu erfassen, finde ich das Mindmap besonders effektiv. Sie haben nicht nur die einzelnen Arbeitspakete im Blick, sondern sehen auch die Zusammenhänge und die hierarchische Struktur der Aufgaben.

 

Effektivität geht vor Effizienz: Bevor Sie effizient einen Baum hochklettern müssen Sie sicher sein, dass es der richtige Baum ist! David Allen drückt es so aus: „Das erste Ziel bei der Aufgabenplanung ist es, alle Dinge zu erfassen, die getan werden müssen.“ Danach erst geht es darum, zu priorisieren.

 

 

Hindernisse überwinden

 Hier lesen Sie, wie Sie die Hindernisse überwinden, die sich auf Ihrem Weg befinden.

Weiterlesen

David Allen: Gettig Things Done – The art of stress-free productivity, ISBN 978-0-14-200028-1, New York, 2001

Scott Belsky: Making Ideas Happen, ISBN 978-1-59184-312-2, New York 2010

Einfach Präsentieren

Einfach präsentieren - Versuchungen widerstehen Iris Selke Coaching38

Einfach präsentieren - Versuchungen widerstehen

Einfach zu präsentieren heißt, der Versuchung zu widerstehen, uns hinter langen Listen von Bulletpoints, vollgepackten Folien, abgedroschenen Worthülsen und pompösen, nichtssagenden Fremdwörtern zu verstecken.
Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten, und jetzt müssen Sie sehr stark sein – kein Powerpoint. Nur Sie, das Publikum – und natürlich Ihr Vortrag.
Denken Sie daran, dass 70% der Signale non-verbal übertragen werden: Blick, Stimme, Haltung, Gestik, Pausen sind sehr wichtig, um Ihren Zuhörern Sicherheit zu vermitteln. Und Sicherheit schafft Vertrauen. Und diese Sicherheit strahlen Sie am besten aus, wenn Sie auf möglichst viel verzichten, was Ihre Zuhörer von der Essenz Ihres Vortrages – der zentralen Idee – ablenkt.
Stellen Sie sich vor, Sie haben ein neues Vertriebsgebiet übertragen bekommen und Sie sollen eine Präsentation für die Vertriebsleiterin halten über Ihren Aktionsplan für  die ersten 90 Tage.
Was wollen Sie erreichen?
Das Vertrauen der Vertriebsleiterin gewinnen, dass Sie die richtige Wahl sind für die Stelle.

Was ist Ihre zentrale Idee?

Wir müssen in erster Linie die vorhandenen Kunden am Abwandern hindern.
Perfektion ist erreicht, wenn nichts mehr wegzunehmen ist. Dampfen Sie Ihren Vortrag ein auf einen einzigen Gedanken – Ihre zentrale Idee. Und nun arrangieren Sie Ihre Argumente und Fakten um diese zentrale Idee herum. Am besten, Sie nehmen ein Blatt Papier oder ein Flipchart. Sammeln Sie zunächst Ihre Gedankenzum Beispiel in einer Brainstorming-Phase und bringen Sie sie in eine logische Reihenfolge, bevor Sie Ihren Computer anstellen und und Folien entwerfen.

Was bedeutet Einfach Präsentieren?

Einfach zu präsentieren bedeutet, sich nicht zu verstecken:
  • Nicht hinter einer  Folienpräsentation mit vielen Aufzählungen
  • Nicht hinter einem Podium
  • Nicht in der Dunkelheit eines Vortragsraumes, in dem nur die Leinwand beleuchtet ist
  • Nicht hinter Worthülsen
  • Und vor Allem: Versuchen Sie, eine Verbindung zum Publikum aufzunehmen

Verbindung zum Publikum aufnehmen

Wenn Sie einfach präsentieren, geht es nicht in erster Linie darum, was Sie dem Publikum erzählen möchten.
Versuchen Sie sich bei der Vorbereitung in das Publikum hinein zu versetzen und fragen Sie sich, was das Publikum über das Thema Ihres Vortrages wissen möchte.

Zeigen Sie etwas von Ihrer Persönlichkeit

Harvey McKay schreibt in seinem Buch „Schwimm mit den Haien ohne lebending gefressen zu werden“: „Wenn du dein
Angebot mit deiner Persönlichkeit verknüpfst, wird dein Kunde auf deine Persönlichkeit reagieren.“ Das hat viel mit Vertrauen zu
tun. Scheuen Sie sich nicht, in Ihrem Vortrag auch Ihre persönliche Meinung, Ihren Standpunkt auszudrücken. Was hat das Thema mit Ihnen zu tun? Wie sind Sie betroffen durch das Thema? Was haben Sie selbst erlebt?

Aufrichtigkeit

Ihr Publikum hat einen besonderen Sinn dafür, Unehrlichkeit zu erkennen. Seien Sie aufrichtig in Ihrem
Vortrag. Tragen Sie nur Dinge vor, von denen Sie überzeugt sind.

Erzählen Sie Geschichten

Geschichten sind immer gut, weil sie die menschliche Seite zeigen. Die Zuhörer können sich mit den
handelnden Personen identifizieren und sehen die emotionale Seite des Themas.

Visualisieren Sie

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – diese alte Weisheit vergessen wir leider nur zu oft, wenn wir eine
Präsentation vorbereiten. Geschichten, Vergleiche und andere sprachliche Bilder sind wichtig, damit sich das Publikum das Gesagte
besser vorstellen kann und um Emotionen auszulösen und das Publikum so noch besser in den Vortrag einzubinden.

Achtsam präsentieren

Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit nackten Füßen einen steinigen Strand entlang. Sie werden viel
vorsichtiger gehen und Ihre Umwelt – sprich – den Boden vor Ihnen aufmerksamer betrachten, als wenn Sie in Wanderschuhen unterwegs wären. Während der Präsentation geht es darum, dass Sie Ihr Publikum und seine Reaktionen aufmerksam betrachten. Wenn Sie in lauter fragende Gesichter schauen, sollten Sie das Tempo verlangsamen und eventuell im Thema etwas zurückgehen, um einige Punkte zu wiederholen. Wenn es die Situation zulässt, können Sie auch die Zuhörer fragen, ob etwas unklar geblieben ist. Sie halten die Präsentation für das Publikum und nicht für Sie. Nutzen Sie die Gelegenheit der Interaktion mit dem Publikum, um Informationen zu vermitteln, die vielleicht nicht im Handout stehen.

Körpersprache beachten

Dies ist ein Punkt, den Sie am besten in einem Seminar bearbeiten. Wie Sie auf andere wirken, probieren Sie
am besten aus. Es gibt viele Bücher über dieses Thema, aber meine Erfahrung ist, dass die beschriebenen Techniken den Leser eher
verunsichern, als dass sie ihm weiterhelfen. Das Feedback Ihres Trainers und der Gruppe sind sehr wichtig, um die Körpersprache zu
entwickeln. In der geschützten Atmosphäre eines Seminars können Sie auch verschiedene Dinge ausprobieren.

Spannung aufbauen

Sie können z.B. die PULS-Technik anwenden, um Ihrem Vortrag Struktur und einen Spannungsbogen zu
geben.
P – Problem → die Bestandskunden könnten abwandern
U – Ursache → Vertrauensverhältnis zum vorigen Vertriebsmitarbeiter
L – Lösung → Schnell Kontakt mit den Kunden aufnehmen nach Prioritäten
S – Sonstiges/Alternativen → Gedankenlos den Verkaufsplan des vorherigen Stellenihabers verfolgen
Iris Selke Coaching38

Einfach präsentieren - Verbindung zum Publikum aufbauen

Zusammenfassung

Mit einem sicheren Auftreten und einem Vortrag, der einem Spannungsbogen folgt, werden Sie die Zuhörer auch „einfach“ – ganz ohne Powerpoint – in Ihren Bann ziehen und überzeugen.
In unseren Seminaren und Coachings über Präsentationstechnik lernen Sie anhand von Kurzvorträgen und anderen Übungen, die Signale der Sicherheit auszustrahlen, Ihren Vortrag zu strukturieren und auch ohne Powerpoint zu visualisieren.
Fordern Sie gern unser Skript „Präsentationstechnik“  an: E-Mail: info@coaching-38.de

Weiterlesen:

Buch: Presentation Zen von Garr Reynolds
Buch: Harvey McKay:  Schwimm mit den Haien ohne lebendig gefressen zu werden

Ingenieure haben keine Lobby

…klagte neulich ein Kollege, selbst Ingenieur. Wie kommt es, dass Steve Jobs fast zum Popstar wurde und der wahrscheinlich fähigere Techniker Steve Wozniak weitgehend unbekannt geblieben ist? Nun, Steve Jobs erkannte schnell, dass Technik kein Selbstzweck ist, sondern für den Käufer der Nutzen im Mittelpunkt seines Interesses steht. Technische Details und die technische Leistungsfähigkeit sind für die meisten Kunden nebensächlich und selbst bei High-Tech-Produkten oft nicht das ausschlaggebende Kaufargument. Und eine wirkungsvolle Präsentation der Produkte ist auch wichtig. Die Art der Vorstellung neuer Apple-Produkte durch Steve Jobs ist inzwischen legendär.

Technik muss dem Kunden nutzen

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Der Mini von BMW

Auch der Mini von BMW kann sicher nicht mit überragenden technischen Kennzahlen glänzen. Trotzdem ist er als Neuwagen gefragt und erzielt auf dem Gebrauchtwagenmarkt Spitzenpreise. Sowohl beim iPhone als auch beim Mini haben die Marketingleute schon im Produktentwicklungsprozess eine wichtige Rolle gespielt: Es kommt darauf an zu erkennen, was die Kunden wollen und wofür sie Geld ausgeben. Und nun muss das Unternehmen Produkte entwickeln, die diesen Bedürfnissen entsprechen und sie effektiv anbieten.

Viele Techniker und Ingenieure die ich kenne bleiben aber verliebt in die Technik und konzentrieren sich bei Präsentationen auf technische Details, auf die sie sicher berechtigt stolz sind. In der Annahme, dass sich der Gesprächspartner für diese ebenso interessiert wie sie selbst.

Allerdings: In drei Jahren, in denen ich als Verkäufer potenzielle Käufer mit einem bestimmten Messgerät beglücken wollte, hat sich von den mehreren hundert Gesprächspartnern lediglich einer nach dem Funktionsprinzip und dem inneren Aufbau erkundigt. Vielmehr drehte sich die Diskussion in den allermeisten Fällen darum, welchen Nutzen das Gerät für den Kunden hat und wie er es am besten in seine vorhandene Infrastruktur integrieren kann.

Der Techniker als Lobbyist in eigener Sache

Übertragen auf das Berufsleben heißt das: Die Unternehmen brauchen dringend Ingenieure, die neben technischem Sachverstand auch kaufmännisch denken, unternehmerisch handeln und sich in ihre Kunden hineinversetzen können. Und das fängt beim eigenen Arbeitsumfeld, ja bei der Kleidung an. Wer vorn mitspielen will, kommt nicht in Shorts ins Büro und sitzt nicht mit Birkenstock-Sandalen hinterm Schreibtisch, auch nicht als Entwickler.

Es schadet auch nichts, an den soft skills zu arbeiten. Niemand wird als Ingenieur oder Techniker geboren, sondern hat eine lange Ausbildung durchlaufen. Und genauso wie es Regeln zum effektiven Konstruieren gibt, gibt es auch Regeln in der Gesprächsführung und beim Präsentieren. Und die können Sie auf die selbe Art lernen wie Konstruktionsregeln. Und wie beim Konstruieren gilt: Übung macht den Meister.

Wechseln Sie die Perspektive

Vertrauen Sie nicht auf eine Lobby von außen. Werden Sie stattdessen Ihre eigene Lobby. Wechseln Sie mal die Perspektive: Wenn SIE etwas von einem anderen wollen, fragen Sie sich, was ER will. Und dann entwickeln Sie einen Vorschlag, der beiden Parteien hilft. Diese win-win-Strategie ist eine fast unschlagbare Verhandlungstechnik.

Der Weg zur Erfüllung Ihre eigenen Ziele führt über die Erfüllung der Ziele Ihrer Kunden oder Vorgesetzten. Und die Kunst dabei ist, ein gesundes Gleichgewicht zwischen beiden Zieldimensionen anzustreben. Und die Fähigkeit, solche Lösungen zu entwickeln können Sie trainieren wie einen Muskel.

Mehr lesen:

Präsentationstechnik für Techniker und Ingenieure
Kommunikative Fähigkeiten
Ingenieure haben keine Lobby – Welt Online

Coaching Harley Davidson

Weniger Arbeit = Mehr Lebensqualität?

Coaching Harley Davidson

Mehr Zeit für Hobbies durch Downshifting

„Manchmal gibt es einem schon sehr viel, wenn man für seine Leistungen mal ein ehrliches Lob oder eine Anerkennung bekommt. Aber das kriegt ja kein Chef mehr gebacken, da brechen sie sich ja einen Zacken aus der Krone.“ So brachte eine Klientin ihre berufliche Situation auf den Punkt. Mangelnde Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit spielen oft eine wichtige Rolle, wenn sich Beschäftigte die Sinnfrage stellen und ein neues Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben suchen.

Viele suchen sich dann neue persönliche Ziele im privaten Bereich und wenden mehr Zeit für Hobbies oder die Pflege von Freundschaften auf. Auf der anderen Seite fahren sie ihre berufliche Belastung herunter: „Downshifting“, zu Deutsch „Runterschalten“, wird immer populärer. Der Begriff hat es sogar schon in den Kölner „Tatort“ vom letzten Sonntag geschafft.

Neben den Berufstätigen, die bewusst und offen die Belastung herunterfahren, gibt es natürlich auch diejenigen, die nur innerlich kündigen und ihren Dienst nach Vorschrift versehen. Und leider gibt es immer mehr Beschäftigte, die durch berufliche Überlastung krank werden und mit Burnout-Symptomen reagieren.

Nur auf den ersten Blick sieht das Downshifting nach einer Bedrohung für das Unternehmen aus. Denn auch hier gibt es eine win-win-Situation. Die Unternehmen benötigen jetzt und in der Zukunft nicht nur an der Spitze gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte. Und Beschäftigte, die sich bewusst für ein Downshifting entschieden haben, werden nicht frustriert sein, wenn sie „ihren“ Platz gefunden haben und dann bei einer Beförderung „übergangen“ werden.

Wobei auch Führungskräfte inzwischen durchaus in Teilzeit arbeiten können. Im Übrigen ist es ja ein Irrglaube, dass derjenige am produktivsten ist, der die längste Zeit im Betrieb zubringt. Das Gegenteil ist eher der Fall.

Die Herausforderung für die Vorgesetzten ist also, zunächst die wirkliche Motivation und die persönlichen Ziele der Mitarbeiter zu erkennen. Dann sollten Mitarbeiter und Vorgesetzter gemeinsam einen Karriereweg suchen, der sowohl die Ziele des Beschäftigten als auch des Unternehmens unter einen Hut bringt. Die Führungskräfte müssen sich dabei der Gefahr bewusst sein, dass sie die eigenen Karriereziele in die Mitarbeiter hinein projizieren (Self-Hugging) und stillschweigend voraussetzen, dass ihre Mitarbeiter im Prinzip die gleichen Ziele verfolgen wie sie selbst.

Fazit:
Für immer mehr Beschäftigte geht die Gleichung Weniger Arbeit = Mehr Lebensqualität auf, und die Unternehmen tun gut daran, diese Haltung zu akzeptieren, und mit den Mitarbeitern Karrierewege zu entwickeln, die beiden Seiten gerecht werden.

Mehr lesen:
Runterschalten!: Selbstbestimmt arbeiten – gelassener leben von Wiebke Sponagel

8 Schritte, um Ihre Ziele zu erreichen!

Bugatti Veyron

Bugatti Veyron

In der Praxis scheitern viele gute Vorsätze. So werden Sie erfolgreich Ihre Ziele verwirklichen:

1. Setzen Sie sich „smarte“ Ziele bei allen Ihren Vorhaben

S spezifisch
M messbar
A aktionsorientiert
R realistisch
T terminiert

2. Machen Sie IHRE Ziele zu Vorsätzen.

Wenn Sie Ziele von Anderen, Ihrem Mann, Ihrer Frau, Freundin oder sonst jemandem zu Vorsätzen machen, vergessen Sie das Projekt lieber gleich. Denn nur wenn Sie selbst 100% dahinterstehen, motiviert Sie das Ziel.

3. Meilensteine setzen

Setzen Sie sich Zwischenziele, an denen Sie feststellen können, ob Sie noch auf dem richtigen Kurs sind. Auch die Zwischenziele müssen messbar und terminiert sein.

4. Koalitionen bilden

Wenn eine Kollegin oder ein Bekannter mitzieht und sich das gleiche Ziel setzt, können Sie sich gegenseitig auf dem Weg bestärken und durch Motiviationstiefen ziehen. Letztes Jahr haben sich zwei Kolleginnen aus der Personalabteilung vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören. Sie saßen auch noch im gleichen Büro, haben sich gegenseitig von ihrem Erfolg erzählt und sie haben das erste Jahr durchgehalten.

5. Was könnte im Wege stehen?

Machen Sie auch klar, dass Sie sich im Dienste der Erreichung Ihres Ziels auch von liebgewordenen Gewohnheiten verabschieden müssen. Wenn Sie zum Beispiel immer nach der Frühstückspause eine Zigarette mit Ihren Kollegen geraucht haben, meiden Sie die Raucherecke eine Zeitlang, bis Sie in Ihrer neuen Gewohnheit des Nichtrauchens gefestigt sind.

Was sind Ihre Stolpersteine oder was könnten sie sein? Das Wissen darum lässt Sie auch kleine oder große Tiefen überwinden und Sie halten besser durch.

6. Fangen Sie gleich an

Gehen Sie Ihr Vorhaben so schnell wie möglich an, und nutzen Sie die augenblickliche Motivation, um einen Anfang in Richtung auf Ihr Ziel zu machen: Sehen Sie zu, dass Ihr Vorhaben so bald wie möglich zu einer Gewohnheit wird.

7. Schriftlich fixieren

So sind Sie sicher, dass Sie nichts vergessen und alle Termine und Daten im Blick haben.

8. Nicht zuviel
Sie werden nicht mit einem Schlag reich und schön werden. Muten Sie sich nicht zuviel zu, sonst werden Sie schnell mutlos.

Weiterlesen: Selbstmanagement – Heraus aus dem Hamsterrad