Ideenmanagement

Ideenmanagement und Empowerment

Bei dem Begriff Ideenmanagement denken viele wahrscheinlich an das verstaubte „Betriebliche Vorschlagswesen“ mit bürokratischen Prozessen und genauestens ausgerechneten Prämien.

IdeenmanagementIdeen zu generieren ist in den meisten Organisationen aber nicht das eigentliche Problem. Gerade in innovativen Unternehmen gibt es wahrscheinlich einen riesigen Fundus an Ideen. Der Schwerpunkt beim Ideenmanagement liegt eher darin, die guten Ideen herauszufiltern und diese dann auch umzusetzen: „Ihr habt kein Ideenproblem, ihr habt ein Durchführungsproblem“, sagte einmal ein ziemlich blasierter junger Unternehmensberater dem versammelten Management einer Firma, in der ich damals tätig war. Alle fühlten sich getroffen durch diese Feststellung dieses externen Experten. Jetzt, ungefähr 15 Jahre später weiß ich, dass dies ein Gemeinplatz ist und für fast jede Firma gilt.

Wenn ich über Kreativität, Ideen und Innovation nachdenke, habe ich fast automatisch ein Bild vom Google-Campus vor Augen: Innovative Denker, die in einer Atmosphäre gegenseitiger geistiger Befruchtung arbeiten. Für viele Unternehmen auch in der IT-Branche trifft dieses Bild aber nur begrenzt zu, denn die Mitarbeiter sitzen häufig allein oder in kleinen Teams direkt vor Ort beim Kunden. Wie könnte unter diesen Bedingungen ein zeitgemäßes Ideenmanagement aussehen und was müssen wir dabei beachten? Oder anders gefragt: Wie schaffen wir es, systematisch Ideen zu sammeln, zu bewerten und vor allem in die Praxis umzusetzen?

Die Win-Win-Situation

Das Ideenmanagement bietet die Chance, eine klassische Win-Win-Situation aus den Zielen der Belegschaft und den Zielen des Unternehmens zu schaffen:

Der Gedanke des Empowerment geht davon aus, dass Beschäftigte zufriedener und letztlich auch produktiver sind, wenn sie sich nicht nur in der Tagesarbeit, sondern auch mit ihren Ideen und Vorstellungen in die Organisation einbringen können und sehen, dass ihre Bemühungen erfolgreich sind und wahrgenommen werden (Selbstwirksamkeit).

Auf der anderen Seite sind alle Unternehmen darauf angewiesen, sich weiter zu entwickeln und neuen Herausforderungen zu stellen. Die Märkte sind ständig in Bewegung: Neue Wettbewerber tauchen auf, die Technologie und die Kundenbedürfnisse wandelt sich, bestehende Kunden wandern ab usw. Ein zentraler Punkt für die Weiterentwicklung in der Zukunft wird es auch sein, die Unternehmen attraktiv für hochqualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiter zu machen, und auch in dieser Hinsicht haben Unternehmen mit einer offenen, kreativen Unternehmenskultur sicherlich die Nase vorn.

Der Prozess

Das klassische Betriebliche Vorschlagswesen führte oft zu Frustration bei Mitarbeitern, weil die Reaktion auf die eingereichten Vorschläge oft sehr lange dauerte und die Antworten auf die Vorschläge für die Einreicher nicht nachvollziehbar waren. Gerade bei Ablehnungen ist das Frustrationspotenzial hoch.

Wieviel Bürokratie beim Ideenmanagement geschaffen werden muss, hängt natürlich auch von der Größe der Organisation und ihrer Organisationsstruktur ab. Große, streng hierarchisch aufgebaute Organisationen werden wahrscheinlich auch weiterhin ein festgeschriebenes System brauchen, damit sich Mitarbeiter der unteren Hierarchiestufen überhaupt Gehör verschaffen können.

Innovation findet heute vielfach in kleinen, schlagkräftigen Unternehmen statt und auch große Unternehmen nutzen diese Innovationskraft der kleinen, beweglichen Organisationen, indem sie sie als Dienstleister anheuern, um bei eigenen Entwicklungen zu helfen und/oder Spezialaufgaben zu lösen.

Daraus resultiert auch eine besondere Aufgabenstellung für viele kleine Firmen: Die Mitarbeiter sind häufig verteilt „draußen beim Kunden“ und die Teams eines Fachbereichs treffen in diesem Fall nur sporadisch, wenn überhaupt zusammen.

Ideengenerierung

Die Ideengenerierung kann ein fortlaufender Prozess sein, indem einfach die Vorgesetzten oder ein bestimmter Mitarbeiter die Ideen sammeln, die sich spontan im Tagesgeschäft ergeben und nicht sofort umgesetzt werden können.

Dies kann beispielsweise in Form eines elektronischen „Schwarzen Bretts“ oder anderer sozialer Medien passieren, oder auch in Kompetenzgruppen, die der Weiterentwicklung eines bestimmten Themas, Produktes oder Fachgebietes dienen.

Wenn keine oder nicht genügend viele neue Ideen „spontan“ entstehen, haben sich in der Praxis moderierte Formen der Ideenfindung bewährt, wie z.B. World Café oder Open Space.

Kritische Faktoren

Ziele müssen klar sein

Ohne klar definierte Ziele laufen alle Anstrengungen im Ideenmanagement jedoch ins Leere. Dabei sind Formalziele wie Umsatzwachstum oder Gewinnsteigerung erfahrungsgemäß weniger motivierend als inhaltliche Ziele, wie z.B. die Entwicklung eines neuen Produktes oder einer Fertigkeit.

Und hier kommt die Rolle des Managements zum Tragen:

  • Das Übersetzen der Formalziele aus der Zielhierarchie in inhaltliche Ziele, die motivierend für die Mitarbeiter sind.
  • Die Bereitstellung von zeitlichen und finanziellen Ressourcen, um Ideen zu generieren und weiter zu entwickeln
  • Die Beobachtung des Prozesses und Hilfe und Unterstützung bei der Auswahl und Verfolgung der „richtigen“, weil erfolgversprechenden Ideen:
Kultur der lernenden Organisation

Wichtig ist dabei eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens, denn nur wenige Ideen werden am Ende umgesetzt zu erfolgreichen Produkte oder neuen internen Prozessen. Viele Ideen bleiben auf der Strecke, viele Aktivitäten werden abgebrochen. Hier kommt es darauf an, diese abgebrochenen Projekte nicht als Fehler, sondern als Lernmomente zu begreifen.

Jede Erfahrung sollte also geteilt werden, z.B. in internen Foren oder auch durch personellen Austausch zwischen den Teams, um nicht schon vorhandenes Wissen neu zu erwerben.

Denn auch bei abgebrochenen Projekten kann man neue Fertigkeiten erwerben oder Kenntnisse erarbeiten, die in späteren Projekten gewinnbringend eingesetzt werden.

Ideenauswahl

Bei der Ideenauswahl ist absolute Transparenz erforderlich. Die Kriterien für die Ideenauswahl sollten für die Ideengeber nachvollziehbar sein, und im besten Fall sind die Ideengeber auch an der Auswahl beteiligt. Entscheidungen hinter verschlossenen Türen sind absolutes Gift für einen Prozess, der von Kreativität, Vertrauen und Offenheit lebt.

Kriterien können z.B. sein:

  • Marktchancen bei Ideen für neue Dienstleistungen oder Produkte oder auch neue Fertigkeiten
  • Passt zum Unternehmen (Vision, Mission, Ziele)
  • Realisierbarkeit im Hinblick auf zeitliche, finanzielle und/oder personelle Ressourcen

Ideenverfolgung und –umsetzung

Hier liegt der Hase im Pfeffer. Neue Ideen laufen immer das Risiko, dass das Tagesgeschäft im Zweifel immer Vorrang hat.

Es kommt also darauf an, personelle und finanzielle Ressourcen „freizuschaufeln“, um neue Ideen verfolgen und ausarbeiten zu können.

Die 5%-Regel

Manche Unternehmen stellen ihren Mitarbeitern einen bestimmten Prozentsatz ihrer Arbeitszeit zur Verfügung, um eigene Projekte zu verfolgen. Dass die Post-its von 3M in einem solchen Freiraum entstanden sind, ist inzwischen legendär. Aber nicht jedes Unternehmen wird es sich leisten können, allen Mitarbeitern diesen Freiraum zu geben, denn die „billable hours“, die produktiven Stunden, die an den Kunden verrechnet werden können, sind bei Dienstleistern häufig die einzige Einnahmequelle.

FedEx-Days

Daniel Pink beschreibt in seinem Buch „Drive“ die FedEx-Days: Ein 24-Stundenmarathon, in dem die Tagesarbeit ruht und die Mitarbeiter in Gruppen an bestimmten Problemen arbeiten. Am Ende der 24-Stunden-Frist müssen dann vorzeigbare Ergebnisse vorliegen. Dies zwingt die Teams, sich auf machbare Problemlösungen zu fokussieren.

Projektmanagement

Das Zusammenführen von Mitarbeitern in Projektteams zur Ausarbeitung von Ideen und die zumindest teilweise Freistellung von anderen Aufgaben ist für konkrete Ideen natürlich der Königsweg, um Ergebnisse zu erzielen. Die Beachtung der Grundsätze des Lean Management und des agilen Projektmanagements sind heute bei vielen IT-Unternehmen schon der Standard und stellen sicher, dass die Bedürfnisse des Marktes schon sehr früh in neue Entwicklungen einfließen und nicht umsetzbare Ideen schnell verworfen werden, bevor viel Geld verbrannt wird.

Fazit

Ein neues, zeitgemäßes Ideenmanagement, das die besonderen Anforderungen von verteilten Teams adressiert und Ideen von der Entstehung bis zur Umsetzung begleitet, ist eine Führungsaufgabe und kann sowohl den Innovationsprozess vorantreiben als auch zur Mitarbeiterbindung beitragen, indem die kreativen Kräfte der Mitarbeiter gebündelt und fokussiert werden.

Die Modelle sind unterschiedlich und müssen zur Struktur und zur Kultur des jeweiligen Unternehmens passen.

bewerbungstraining für migranten

Was genau macht ein Immobilienanwalt in Syrien?

Derzeit wird viel über das Thema nachgedacht, wie man Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt in Deutschland integrieren kann. Viele neue Instrumente werden erdacht und umgesetzt, aber es gibt auch viele bestehende Instrumente der Arbeitsförderung, die für diesen Zweck genutzt werden können.

Eines dieser Instrumente ist unser individuelles Bewerbungstraining, das durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter mit einem Aktivierungsgutschein gefördert werden kann. Im vergangenen Jahr konnten wir schon mehreren Bewerberinnen und Bewerbern aus Lateinamerika, Afrika, der Türkei und Polen helfen, eine neue berufliche Perspektive zu finden und einen neuen Job zu suchen.

Die Qualifikation und Berufswünsche herausarbeiten

Wir haben nämlich festgestellt, dass viele Migrantinnen und Migranten ihren bisher ausgeübten Beruf in den ihnen bekannten Begriffen beschreiben, die aber unter Umständen mit den in Deutschland gebräuchlichen Berufsbildern nicht deckungsgleich sind. Und so läuft dann die Jobsuche häufig ins Leere.

Und es gibt auch allgemeine Berufsbezeichnungen, die erst präzisiert werden müssen, um potenzielle Arbeitgeber zu finden, z.B. „Designer“: Diese Berufsbezeichnung kann alles umfassen vom Produktentwickler über Mediengestalter bis zum Autofolierer.

Im intensiven Austausch mit unserem Coach wird dann im ersten Schritt geklärt, welche Berufswünsche bestehen und welche Erfahrungen vorhanden sind, um dann im nächsten Schritt eine Bewerbungsstrategie zu planen und umzusetzen. Da es sich um ein Einzeltraining handelt, können wir ganz gezielt an dem jeweiligen Einzelfall arbeiten.Bewerbungsstrategie ausarbeiten

Die Bewerbung anpassen

Die Bewerbung kann dann auch eine ausführliche Beschreibung der bisherigen Tätigkeiten und Erfahrungen umfassen. Diesen Schritt kann man sich im Allgemeinen bei Bewerbern sparen, die schon länger in Deutschland arbeiten und/oder ihre Ausbildung hier gemacht haben, denn in diesem Fall reichen schon Stichwörter, z.B. Ausbildung zur Hotelkauffrau. Aber was genau macht ein Immobilienanwalt in Syrien?

Wir beraten Sie gern. Das Coaching kann auch in Goslar, Wolfenbüttel oder Wolfsburg stattfinden

Telefon: 0531 7022 1757, E-Mail: info@coaching-38.de

Infografiken im Guerillamarketing

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

… ist eine alte Weisheit. Und diese Weisheit gilt auch im online-Zeitalter. Ungefähr ein Viertel der Besucher dieser Homepage kommt über eine einzige Infografik auf unsere Seite, nämlich diese hier:Feedback Regeln

Das sind jeden Monat mehrere Hundert Besucher. Wenn Sie „Feedback geben“ bei Google eingeben und dann in der Suchmaschine auf den Reiter „Bilder“ gehen, sehen Sie diese Grafik ungefähr auf Platz 4. Die Platzierung der Grafik bei Google wechselt natürlich ab und zu ein wenig, aber unser Bild wird immer hoch gerankt. Und somit ist die beliebteste Seite neben der Homepage seit langer Zeit der Artikel von 2011 über „Richtig Feedback geben„, in dem das Bild vorkommt.

Und auch ein anderes Bild ist ganz beliebt, nämlich ein Mindmap über Vokabeln. Dieses Bild bringt zwar nicht viel zusätzlichen Traffic auf die Seite, wurde aber woanders zitiert und verbreitet das Logo von inlingua (unser anderer Geschäftsbereich) auf diese Weise. Ich bin zwar absolut kein Experte für die Suchmaschinenoptimierung und das online-Marketing, aber diese beiden Beispiele zeigen für mich, dass man mit relativ einfachen Mitteln einiges erreichen kann, um

  • den Traffic auf der eigenen Seite zu steigern
  • die Marke bekannt zu machen

Die Google-Crawler, die ständig das Internet absuchen, können zwar keine Bilder sehen soweit ich weiß, aber sie können die Informationen wie „Alternativtext“ und „Beschreibung“ lesen. DIese Informationen geben Sie Ihren Bildern beim Einbinden in die Website mit.

Ich benutze seit mehreren Jahren Google Analytics. Dabei schaue ich mir natürlich an, wieviele Leute monatlich unsere Seiten besuchen. Daneben ist mir auch wichtig, welche Seiten besonders populär sind. Das führt manchmal zu Überraschungen: Oder hätten Sie gedacht, dass viele Leute beim Thema Feedback geben nach Bildern suchen? Seitdem ich das weiß, mache ich mir nun  bei jedem Thema Gedanken darüber, wie ich es bildlich umsetzen kann.

Tipps

Grundsätzliches

  • Wenn Sie Ihre Website optimieren, denken Sie an aussagekräftige Bilder
  • Visualisieren Sie abstrakte Inhalte zum Beispiel durch Mindmaps
  • Füllen Sie möglichst alle verfügbaren Felder wie zum Beispiel „Beschreibung“ oder Alternativtext“ mit relevanten Informationen, wenn Sie die Bilder in die Seite einfügen.
  • Erstellen Sie Infografiken wenn möglich selbst und benutzen Sie keine gekauften Fotos
  • Wenn Sie doch Fotos ankaufen, nehmen Sie keine 08-15-Fotos aus den Bilddatenbanken.
  • Wenn Sie Fotos kaufen, aber selbst keine Zeit für die Datenbankrecherche haben, beauftragen Sie lieber Ihre Werbeagentur als Ihre Webagentur mit der Recherche (meine Erfahrung, vielleicht sehen Sie das anders)
  • Benutzen Sie Google Analytics oder ein anderes Tool um zu analysieren, was die Besucher auf Ihrer Seite interessant finden, wo sie wie lange verweilen etc.
  • Machen Sie ein Seminar oder lesen Sie ein Buch über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und eignen Sie sich mindestens die Grundbegriffe davon an.

Wie finden Sie Themen für Grafiken und Abbildungen?

  • Interessante Tabellen und Gegenüberstellungen
  • Besonders interessant sind Tatsachen, die dem Alltagsverständnis (dem „normalen“ Menschenverstand) zuwiderlaufen
  • Zahlen, Daten Fakten (in Maßen)
  • Randthema: Grafisch aufbereitete Links auf Ihrer Seite bringen mehr Klicks als purer Text ist meine Erfahrung, zum Beispiel die nachfolgende kleine Grafik: Verweisen Sie auf neue Produkte oder vorhandene Produkte, die Sie stärker bewerben möchten mit einem grafischen Link auf Ihrer Homepage, so wie auf dieser Seite.

Bewerbungstraining kostenlos auf AktivierungsgutscheinSie brauchen nicht unbedingt ein spezielles Programm, um Infografiken zu erstellen. Ich benutze meistens Powerpoint, speichere die Seite als JPG-Datei ab und passe die Größe und den Bildausschnitt in einem einfachen Fotobearbeitungsprogramm an. Die Software gab es kostenlos beim Kauf meiner Digitalkamera. Alle Grafiken und Abbildungen in diesem Artikel habe ich selbst erstellt. Kann man sicher besser machen, aber die Dinger wirken :-).

Oder Sie beauftragen einen Profi mit der Erstellung Ihrer Grafiken. Das mache ich für besonders aufwändige Grafiken oder wenn es besonders schön werden soll.

Guerilla-Marketing für Selbstständige

Was hat nun dieser Artikel auf dem Coaching-Blog zu suchen? In den letzten Wochen habe ich mit vielen Leuten über das Thema Selbstständigkeit gesprochen und ich finde, das Thema Infografiken ist ein hervorragendes Tool, um als Existenzgründer im Sinne des Guerilla-Marketing mit wenig Geld viel Lärm zu machen.

Und Sie werden sehen, wie leicht Sie z.B. durch grafisch aufbereitete, auffällige Links die Besucherströme auf Ihrer Seite gezielt lenken können.

Weiterlesen

Unternerhmens-Übernahme

Unternehmens-Übernahme als Start in die Selbstständigkeit

Die Übernahme eines bestehenden Unternehmens kann ein sinnvoller Start in die Vollerwerbs-Selbstständigkeit sein. Sie können im Allgemeinen einen bestehenden Kundenstamm, das Inventar und einen eingerichteten Geschäftsbetrieb übernehmen.

Unternehmens-Übernahme

Für mich selber habe ich die vielleicht banale Regel aufgestellt: Wenn man ein Unternehmen kauft, das gut läuft, kann man natürlich mehr Geld als Kaufpreis auf den Tisch legen als für ein Unternehmen, das schlecht läuft.

Bei Unternehmen ist es oft so wie bei gebrauchten Häusern: Die Eigentümer haben sehr viel Arbeit und Geld investiert und haben eine völlig überzogene Vorstellung davon, was das Unternehmen wert ist. Schließlich muss der neue Eigentümer auch davon leben können und wird in der Regel zur gleichen Zeit einen Kredit für den Kaufpreis abzahlen müssen.

Zusätzlich gibt es wahrscheinlich einen Investitionsstau, denn die Alteigentümer werden im Bewusstsein des bevorstehenden Verkaufs wahrscheinlich in der Zeit vor der Abgabe nicht mehr viel investiert haben.

Trotzdem kann es sehr sinnvoll sein, ein bestehendes Unternehmen zu kaufen. Vieles hängt vom Kaufpreis ab.

Unternehmensbewertung

Risiken bei Unternehmens-ÜbernahmeDie Dreifachbelastung der neuen Eigentümer muss also bei der Ermittlung des Kaufpreises berücksichtigt werden.

Die Bewertung von Unternehmen ist natürlich ein weites Feld, und Sie sollten sich dabei gut beraten lassen. Aber ein paar Worte zu dem Thema möchte ich doch schreiben. In der Betriebswirtschaftslehre gibt es im Grunde zwei Bewertungsansätze für die Ermittlung des Unternehmenswertes, die in der Regel beide in den Preis einfließen werden:

Substanzwert

Welchen Wert haben die Vermögensgegenstände des Unternehmens heute? Da hilft ein Blick in die Bilanz und die Inventarliste, aber auch die dort angegebenen Werte müssen interpretiert werden:

Anlagevermögen

Dies sind z.B. Gebäude, Fahrzeuge, Computer, Maschinen. Wenn diese Dinge schon länger im Besitz des Unternehmens sind, kann es sein, dass sie mit einem Erinnerungswert von 1 Euro in der Bilanz stehen. Wenn sie aber zukünftig noch nutzbar sind und auch benutzt werden sollen, kann man sie bei der Ermittlung des Kaufpreises auch höher ansetzen.

Umgekehrt gibt es Vermögensgegenstände, die mit einem hohen Wert in der Bilanz stehen, aber zukünftig wertlos sind, weil Maschinen z.B. zu einem Produkt gehören, dass nicht mehr gefertigt wird. Diese Werte kann man vom Substanzwert abziehen.

Umlaufvermögen

Das Umlaufvermögen sind z.B. Forderungen an Kunden, Warenvorräte, Büromaterial, Treibstoff usw. Hier gilt im Prinzip das Gleiche wie beim Anlagevermögen: Der Bilanzwert gibt einen ersten Hinweis, muss aber kritisch überprüft werden, denn auch Warenvorräte können wertlos sein, wenn z.B. Lebensmittel nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum sind oder Bücher aus alten Auflagen noch zum Anschaffungspreis bilanziert sind.

Ertragswert

Der Ertragswert ist der Wert der zukünftigen Erträge (Gewinne) aus dem Unternehmen z.B. über die nächsten vier Jahre, abgezinst auf den Stichtag der Übernahme.

Hier ist natürlich der Bewertungsspielraum praktisch unendlich: Der derzeitige Eigentümer wird die Zukunft des Unternehmens in blühenden Farben ausmalen, während der zukünftige Eigentümer auch die Risiken mit in die Bewertung einfließen lassen wird. Und der Kaufpreis hängt auch – gerade bei kleinen Unternehmen – davon ab, wie wichtig der Name und die Persönlichkeit des Eigentümers für die Fortführung sind.

Beim Ertragswert fließt zum Beispiel auch der Wert des Kundenstamms mit ein. Lassen Sie sich also eine Kundenliste zeigen, möglichst mit den getätigten Umsätzen der letzten Jahre. Wenn Sie Branchenkenntnis mitbringen, können Sie daraus schon einiges darüber sehen, wie das Unternehmen aufgestellt ist: Sind in der Kundenliste z.B. Unternehmen mit großen Umsätzen vertreten, die sich aktuell in einer Krise befinden? Gibt es Rahmenverträge mit Kunden, die zufällig gerade ausgelaufen sind?

Fördermittel

Es gibt verschiedene Fördermittel. Die bekanntesten sind wahrscheinlich die KfW-Kredite, die komplett über die Hausbank abgewickelt werden. Für die Hausbanken sind die KfW-Kredite kein besonders gutes Geschäft, wie ich gehört habe. Ich rate deshalb dazu, sich zunächst anderweitig zu informieren und beraten zu lassen und erst dann das Gespräch mit der Hausbank zu suchen.

Auch die Stadt Braunschweig und viele andere Städte haben kommunale Fördermittel im Angebot für Existenzgründer. Die genauen Bedingungen sollte man sich von der Wirtschaftsförderung erläutern lassen und genau durchlesen, bevor man den Businessplan aufstellt. Da können die Freiheitsgrade bei der Aufstellung des Businessplans eine entscheidende Rolle spielen, ob die Fördermittel fließen oder nicht.

Vor- und Nachteile einer Übernahme

Vorteile:

  • Übernahme einer Marke oder eines bekannten Firmennamens und des damit verbundenen „Kundenvertrauens“, dadurch schnelleres Umsatzwachstum möglich
  • Neue und alte Kunden finden das Unternehmen wegen bekannter Telefonnummer und Adresse
  • Übernahme des Kundenstammes
  • Übernahme von Inventar (Büroausstattung, Maschinen, Lagerbestand, Fahrzeuge) oft zu günstigen Konditionen möglich
  • Keine oder begrenzte Anlaufphase
  • Eventuell Übernahme eines eingespielten Mitarbeiterteams

Nachteile

  • Möglicherweise Übernahme von versteckten „Altlasten“ aller Art: Gewährleistungsansprüche, Umweltsünden, uneinbringliche Forderungen, …
  • Vorhandene Mitarbeiter gewöhnen sich nicht an neue Leitung
  • Möglicherweise negatives Image bei manchen potenziellen Kunden
  • Kaufpreis muss finanziert werden

Marktwachstum

Der relevante Markt muss nicht notwendigerweise stark wachsen: Sie können auch auf stagnierenden und sogar schrumpfenden Märkten erfolgreich sein, wenn Sie Wettbewerbsvorteile gegenüber den etablierten Anbietern haben, z.B.

  • Nachhaltige Kostenvorteile durch ein anderes, innovatives Geschäftsmodell, das schwer zu kopieren ist
  • Höherer Kundennutzen z.B. durch besseren Service oder bessere Qualität
  • Schnellere Lieferzeiten

Eine alte Marketingregel sagt, dass es auf wachsenden Märkten in der Regel einfacher ist, sich zu etablieren, da die Wettbewerber sich das Wachstum teilen. Der Verdrängungswettbewerb auf stagnierenden Märkten geht in der Regel zu Lasten der Gewinne durch Preiswettbewerb. Aber wenn Sie einen entscheidenden und nachhaltigen Kostenvorteil durch ein innovatives Geschäftsmodell gegenüber den etablierten Anbietern haben, warum nicht auf einen stagnierenden Markt eintreten? So ist schließlich der ganze online-Handel groß geworden.

Ganz entscheidend ist, dass Sie Geld mit Ihrem Geschäft verdienen und nicht nur umwechseln: So ist schließlich der größte online-Händler der Welt, Amazon, auch heute noch nicht in der Gewinnzone. Was tun, wenn Sie feststellen, dass Ihr geplantes Unternehmen keinen Gewinn abwerfen wird? Wenn Sie kein Internet-Startup gründen und dann schnell an Google oder Facebook verkaufen wollen, sollten Sie sich nochmal kritisch mit Ihrer Idee auseinandersetzen und das Konzept nachschärfen, wie es so schon im Beraterdeutsch heißt.

Einzelunternehmen oder Franchise

Eine Faustregel besagt, dass ca. 80% aller Unternehmensgründungen innerhalb der ersten Jahre scheitern und nur 20% mittelfristig erfolgreich sind.

Bei Franchise-Unternehmen ist es genau anders herum: 80% sind erfolgreich, 20% scheitern. Auch wenn Sie nicht unbedingt die Unternehmen von anderen Franchisenehmern zu 100% kopieren werden, können Sie sicherlich viele Details, Abläufe, Werbemittel und Produkte übernehmen oder bekommen sie vom Franchisegeber geliefert. Und natürlich ist eine gute Marke für das Marketing einfach unschlagbar.

Gründungscoaching

Sie können in vielen Fällen ein öffentlich gefördertes Gründungscoaching in Anspruch nehmen. Informieren Sie sich hierzu am besten auf der Website der KfW, bei der Wirtschaftsförderung bzw. bei Ihrem zuständigen Vermittler bei der Agentur für Arbeit.

Fazit

Sie können das Risiko der Selbstständigkeit mindern, indem Sie

Weiterlesen

Philipp Stähler: Von der Geschäftsidee zum tragfähigen Geschäftsmodell
Marketing für Existenzgründer: Vom Mini und McDonald´s lernen
In drei Schritten zum Markterfolg
Studie: Unternehmensnacfolgen in Deutschland 1024-2018
7 Fehler aus meiner Selbstständigkeit

Selbstständigkeit

Mehr Sicherheit durch Selbstständigkeit!

Einen guten Job aufgeben, um sich selbstständig zu machen? Als ich vor knapp drei Jahren meinen Entschluss verkündete, nach über 20 Jahren im Unternehmen meinen gut bezahlten Manager-Job zu kündigen um die inlingua-Sprachenschule in Braunschweig zu kaufen, hielten mich wahrscheinlich viele Bekannte für völlig verrückt.

Und auch statistisch gesehen machen sich immer weniger Leute selbstständig. Angesichts eines guten Arbeitsmarktes und sinkender Arbeitslosenzahlen wagen immer weniger Deutsche den Schritt in das Unternehmertum.

Häufig werde ich gefragt, wie ich denn mit der Unsicherheit umgehe. Nun, mehr Sicherheit zu haben, war für mich ein Grund, mich von dem vermeintlich sicheren Angestelltendasein zu verabschieden. Das klingt erstmal unlogisch, oder? Aber die Firma, in der ich beschäftigt war, ist eine Tochtergesellschaft einer mittelständischen Unternehmensgruppe im Maschinen- und Anlagenbau. Nachdem ein großes Projekt in den USA schief gelaufen war, stand die gesamte Gruppe vor großen finanziellen Problemen.

Und auch in anderen Unternehmen gibt es immer wieder Krisen und Umstrukturierungen mit Freisetzungen von Mitarbeitern. Wo ist also die viel beschworene Sicherheit im Angestelltendasein? Dann bin ich doch lieber selber dafür verantwortlich, dass am Monatsende das Gehalt kommt!

Schritt für Schritt

Vielen schien mein Schritt auch sehr abrupt, denn sie kennen die Vorgeschichte nicht: Mein Absprung in die Selbstständigkeit kam nicht plötzlich, sondern war von langer Hand vorbereitet.

Wenn man wie ich über 40 ist (inzwischen sogar über 50) und Familie hat, dann gibt es natürlich viele laufende Ausgaben, die jeden Monat beglichen werden müssen. Auf der anderen Seite hat sich im Laufe der Berufstätigkeit ein gewisses finanzielles Polster angesammelt, das den Schritt in die Selbstständigkeit leichter macht als bei jungen Leuten, die eben noch nicht viel Eigenkapital zur Gründung und zur Überbrückung der ersten Monate angesammelt haben.

Nebentätigkeit als Start

Die große Frage ist natürlich am Anfang, ob die Geschäftsidee trägt und ein regelmäßiges Einkommen einbringen kann. Ein guter Weg um dies herauszufinden ist, zunächst neben der Tätigkeit als Angestellter das eigene Geschäft in Teilzeit aufzubauen.

Der Weg in die SelbstständigkeitWenn man nicht gerade ein Einzelhandelsgeschäft oder eine Tankstelle eröffnen will, wird dies auch gut möglich sein. Viele Dienstleistungsgeschäfte lassen sich sehr gut mit der Berufstätigkeit vereinbaren. Übrigens erfolgen inzwischen knapp 60% aller Gründungen in Deutschland im Nebenerwerb (Quelle: Studie des Bundeswirtschaftsministeriums von 2013).

Natürlich benötigen Sie dafür die Genehmigung Ihres Arbeitgebers, aber die bekommen Sie in der Regel, wenn Sie nicht gerade mit ihm in Konkurrenz treten wollen. Und dann kann es losgehen. Eventuell müssen Sie ein Gewerbe beim zuständigen Ordnungsamt anmelden. Vielleicht haben Sie schon ein Paar Kunden an der Hand, ansonsten müssen Sie Ihr neues Geschäft bekannt machen.

Freie Mitarbeit

Wenn Sie in einem Dienstleistungsberuf tätig sein möchten, können Sie vielleicht als freier Mitarbeiter in einem bestehenden Unternehmen starten. Dann können Sie es sich sparen, eine eigene Werbekampagne zu starten, sondern sie können bei einem Profi unterschlüpfen und erste Erfahrungen in der neuen Tätigkeit sammeln. Eine Gefahr dabei ist, dass das Auftragsverhältnis als Scheinselbständigkeit angesehen werden kann.

Die andere Gefahr ist, dass Sie später eventuell als Wettbewerber zu Ihrem Auftraggeber auftreten werden. Diese „Gefahr“ ist aber den meisten Auftraggebern bewusst. Solange Sie aber keine Kunden mitnehmen und auch nicht das Unternehmen Ihres Auftraggebers ausspionieren, ist aus meiner Sicht nichts dagegen einzuwenden, eine freie Mitarbeit als „Sprungbrett“ in die eigene Selbstständigkeit zu nutzen.

Der Absprung

Die Skalierbarkeit

Nachdem Sie sich einige Zeit nebenberuflich betätigt haben und Ihr Geschäft (hoffentlich) gewachsen ist, können Sie den nächsten Schritt überlegen:

  • Würde Ihnen die Tätigkeit auch noch Spaß machen, wenn Sie sie den ganzen Tag ausüben würden?
  • Können Sie das Geschäft so weit ausbauen, dass Sie davon leben können?
  • Ist die Geschäftsidee zukunftssicher?
  • Wie sieht es mit dem Wettbewerb aus?
  • Haben Sie finanzielle Reserven, um die Anfangsphase zu überbrüclen?

Bei mir war es so, dass ich nach ungefähr einem Jahr als nebenberuflich Selbstständiger „Blut geleckt“ hatte und mit Überlegungen angefangen habe, wie ich mein damaliges Geschäft ausbauen kann.

Übernahme oder Neugründung

Eine Neugründung kam für mich aber für den Schritt in die Vollerwerbs-Selbstständigkeit nicht infrage, weil ich die Anlaufzeit als zu lang eingeschätzt habe und inzwischen meine finanziellen Reserven aufgebraucht gewesen wären.

Aber zum Glück gibt es Börsen für die Übernahme von Unternehmen wie z.B. https://www.nexxt-change.org. Auf dieser Plattform kann man regional, nach Branche und anderen Kriterien Unternehmen suchen, die zum Verkauf stehen.

Eventuell kann auch die jeweilige kommunale Wirtschaftsförderung helfen. In Braunschweig kümmert sich zum Beispiel die Allianz für die Region gezielt um dieses Thema.

Lesen Sie zum Thema „Unternehmensübernahme“ den zweiten Teil unserer Serie zur Selbstständigkeit.

Nützliche Links

Gründungsmythen der Selbstständigkeit
Nebenberuflich in die Selbstständigkeit
10 Schritte zur Firmengründung
Welche Eigenschaften und Fähigkeiten brauche ich als Selbstständiger
Öffentliche Förderung für Gründer nach dem Recht der Arbeitsförderung

 

Bewerbungstraining

5 Gratis-Tipps für erfolgreiche Bewerbungen

Der Jahreswechsel ist eine gute Gelegenheit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und Pläne für das neue Jahr zu schmieden. Falls Sie zu der Ansicht kommen sollten, dass es Zeit für einen Arbeitsplatzwechsel ist, dann kommen Ihnen die folgenden ganz praktischen Tipps vielleicht gerade recht.

Wir unterstützen Sie dabei den Blick zu erweitern auf bisher unbeachtet gebliebene Möglichkeiten. Und natürlich geht es auch darum, das Machbare im Blick zu behalten und wenn Sie möchten, Ihre ganz individuelle, langfristig angelegte berufliche Strategie zu entwickeln.

Tipps

Wie schreibe ich eine überzeugende Bewerbung?

Tipp 1: Was macht Sie unverwechselbar?

Welche Stärken haben Sie ganz persönlich, die vielleicht bisher in Ihrem beruflichen Werdegang nicht zum Tragen kamen? Welche Fähigkeiten haben Sie, die Sie bisher gar nicht oder nur teilweise nutzen konnten?

Denn um sich erfolgreich zu bewerben ist es sehr wichtig, dass Sie Ihren Blick auf die eigenen Stärken und Kompetenzen lenken und nicht darauf, was Sie nicht können. Dieses können sowohl berufliche Kompetenzen sein als auch Stärken und Fertigkeiten, die Sie bisher vielleicht eher im privaten Bereich ausspielen konnten, z.B. in der Kindererziehung.

Eine berufliche Neuorientierung ist immer mit einem Risiko verbunden und bringt das bestehende System Ihres Lebens und Umfeldes in Bewegung. Schon deshalb ist es wichtig, dass Sie sich Ihrer Stärken bewusst werden und diese bewusst einsetzen können, um neue Herausforderungen anzugehen und auch einen beruflichen Neustart zu bewältigen.

Auf Stellenausschreibungen bewerben sich in der Regel mehrere Dutzend oder sogar mehrere Hundert BewerberInnen. Was macht Sie unverwechselbar? Im Marketing spricht man vom USP- der Unique Selling Proposition – dem EINEN Punkt, der Sie unverwechselbar macht. Was ist Ihr USP für diese spezielle Stelle? Sind es besondere Erfahrungen, eine spezielle Zusatzausbildung, eine Charaktereigenschaft? Denken Sie darüber nach und sorgen Sie dafür, dass Ihr USP im Anschreiben, im Lebenslauf und in den mitgesandten Unterlagen gebührend zur Geltung kommt.

Tipp 2: Die Bewerbung aus einem Guss

Anschreiben, Lebenslauf und die beigefügten Zeugnisse müssen ein stimmiges Bild ergeben. Besonders wichtig ist das Anschreiben: Besteht es aus vorgefertigten Floskeln, die in gleicher Form genauso gut an viele andere Unternehmen geschickt werden kann oder gehen Sie im Anschreiben auf die Position ein und Ihre ganz persönliche Eignung und die Motivation Ihrer Bewerbung auf diese Stelle?

Häufige Fehler bei Bewerbungen per Mail

  • Die Dateien sind zu groß: Viele Mailserver weisen Mails ab, die größer sind als 2 MB
  • Die Bewerbungsunterlagen sind auf viele Dateien aufgeteilt. Stellen Sie sich vor, Sie erhalten als Arbeitgeber 40 Bewerbungen auf eine Stelle per Email. Und wenn Sie dann jeweils 10 Dateien öffnen müssen, dauert das viel zu lange.

Tipp 3: So geht´s: Bewerbungen per Mail

Nutzen Sie ein professionelles Programm, das PDF-Dokumente erzeugen kann, z.B. Nuance Power PDF. Es gibt auch kostenlose Programme zur PDF-Erzeugung im Internet.

Scannen Sie Ihre Dokumente wie z.B. Zeugnisse ein und legen Sie jedes als PDF ab. Mit der PDF-Software können Sie dann die Zeugnisse individuell in einer Datei mit Ihrem Lebenslauf zusammenfügen, die Sie für die jeweilige Bewerbung benötigen. Und Sie können die Dateigröße so einstellen, dass die Datei nicht abgewiesen wird. Ach ja, und schicken Sie ausschließlich PDF-Dokumente, dann können Sie sicher sein, dass der Empfänger diese auch öffnen kann.

Tipp 4: Bewerbungsfotos

Wenn Sie ein Foto mitschicken möchten: Lassen Sie professionelle Bewerbungsfotos anfertigen und lassen Sie sich die Dateien geben. Auch hier auf die Auflösung achten: Die Datei darf nicht zu groß sein, aber sollte auch nicht so schlecht aufgelöst sein, dass man die einzelnen Pixel sehen kann. Und die Auflösung können Sie mit vielen kostenlosen Fotobearbeitungsprogrammen optimal einstellen.

Ihr Bewerbungsfoto sollte auch nicht zu schmeichelhaft sein. Wenn Foto und tatsächliche Erscheinung stark auseinander klaffen, dann werden Sie vielleicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen, aber es ist aus meiner Sicht ein schlechter Start. Ich frage mich dann imer, wo der Bewerber noch stark übertrieben hat, wenn schon das Foto gelogen ist.

Tipp 5: Anschreiben

Ich persönlich finde es gut, wenn das Bewerbungsanschreiben gleich in der Email drin ist und nicht in den Anlagen versteckt. Ich mag es nicht, wenn nur eine gesichtslose Mail ankommt nach dem Motto „anbei erhalten Sie meine Bewerbungsunterlagen“. Aber das ist sicher Geschmackssache.

Unser Angebot

Wir unterstützen Sie

  • – Ihre berufliche Zielsetzung zu finden
  • – Ihre ganz persönlichen Stärken herauszuarbeiten und
  • – im Bewerbungsprozess von der Erstellung Ihrer Bewerbung bis zum Vorstellungsgespräch

Dem Coaching geht ein kostenloses und für Sie unverbindliches Beratungsgespräch (max. 30 Minuten) voraus. Näheres erfahren Sie hier.

Das Coaching kann wahlweise in Braunschweig oder in Wolfsburg stattfinden.

Weiterlesen:

Telefonakquise – der direkte Draht zum Kunden

Ich bin ein großer Fan der Telefonakquise im B2B-Bereich, denn beim Telefonieren erhalten wir unmittelbar eine Reaktion auf unsere Aktivität. Bei Mailings oder Anzeigen können wir uns nicht sicher sein, ob der Adressat unser Werbemedium überhaupt wahrnimmt und wenn er nichts unternimmt, warum er nichts tut: Ist zurzeit kein Bedarf vorhanden, oder besteht eine Lieferbeziehung zu einem unserer Marktbegleiter?

Im Vergleich zu Außendienstbesuchen ist die Telefonakquise zudem relativ kostengünstig und zeiteffizient.

Auch für kleine Unternehmen, die kein Callcenter einschalten möchten oder können, ist die Telefonakquise lohnend. Schon mit 3 bis 5 Anrufen pro Werktag erreichen Sie immerhin pro Jahr 600-1.000 Kunden bzw. Interessentenn. Allerdings muss die Telefonakquise gut vorbereitet sein. Und das beginnt schon bei der Auswahl der Mitarbeiter, die das Telefonmarketing betreiben sollen.

Mitarbeiterauswahl

  • Wichtig ist hier vor Allem die Motivation: Wer keine Lust zum Telefonmarketing hat, sollte nicht dazu gezwungen werden, denn auch hoch motivierte Mitarbeiter werden Tiefpunkte erleben, wenn man an einem Tag einmal nur „Nieten“ zieht und weder einen Besuch vereinbaren noch Unterlagen herausschicken kann, oder was sonst das Ziel der Aktion ist.
  • Eine gute Telefonstimme ist ein Vorteil, aber kein Muss.
  • Schlagfertigkeit ist sehr gut, denn das spontane Eingehen auf den Gesprächspartner hilft gerade bei der Neukundenakquise, das Eis zu brechen und das Gespräch in die gewünschte Richtung zu lenken.

Ziele definieren

Vor Beginn der Aktion sollten die Ziele definiert werden. Mögliche Ziele sind zum Beispiel:

  • Anfragen oder Aufträge generieren
  • Termine für Besuche vereinbaren
  • Allgemeine Vorstellung / Interesse wecken
  • Angebote nachfassen
  • Inaktive Kunden reaktivieren
  • Kundenzufriedenheit abfragen

Muster und Anregungen für Telefon-Akquise

Erstkontakt

Beim Erstkontakt geht es zunächst darum, Informationen über die Bedarfssituation des potenziellen Kunden zu erfragen:

  • Welche unserer Produkte sind für den Kunden interessant?
  • Werden diese Produkte (von uns oder anderen Herstellern) derzeit schon in dem Unternehmen verwendet?
  • Wer entscheidet über den Einsatz und den Lieferanten?
    • Falls kein aktueller Bedarf: Wann besteht eventuell in der Zukunft Bedarf? Wann darf ich mich wieder melden?

Es ist ratsam, für diese Gespräche eine Anfrage-Checkliste bereit zu halten, um bei aktuell bestehendem Bedarf alle relevanten Punkte für ein Angebot abzufragen.

Wenn der Gesprächspartner nicht auskunftsbereit ist oder das Gespräch abwehren möchte, sollten Sie dies respektieren und das Gespräch zügig beenden.

Nachfassen von Angeboten

Mögliche Fragen:

  • Haben Sie das Angebot erhalten?
  • Enthält das Angebot alle wichtigen Punkte?
  • Bestehen noch Fragen?
  • Soll ich vorbeikommen, um das Angebot zu besprechen und Produktmuster zu zeigen?
  • Wann fällt die Entscheidung?
  • Wie sehen Sie unsere Chancen, den Auftrag zu bekommen?
  • Wer trifft de Entscheidung?
  • Wann darf ich mich wieder melden?

Nach dem Gespräch

  • Telefonnotiz über die Ergebnisse und getroffenen Vereinbarungen verfassen
  • Gegebenenfalls Kontaktdaten und Ansprechpartner in die Adressdatei eingeben bzw. aktualisieren
  • Aktionspunkte deutlich hervorheben mit Termin und Verantwortlichen
  • An die relevanten Ansprechpartner im Unternehmen verteilen
    • Bei Nachfassen von Angeboten immer die Vertriebsleitung informieren, ggf. Kollegen, die Angebote überarbeiten müssen oder ähnliches
  • Gegebenenfalls Termin/sonstige Vereinbarungen an den Gesprächspartner bestätigen per Mail und/oder Infomaterial schicken
  • Nachfasstermin im eigenen Kalender vermerken
  • Gegebenenfalls Angebotsliste updaten mit erneutem Wiedervorlagedatum sowie Vergabedatum und Auftragswahrscheinlichkeit anpassen

Versuchen Sie einfach mal, methodisch eine oder zwei Wochen lang auf diese Weise Kaltakquise zu betreiben, zum Beispiel jeden Tag eine halbe Stunde. Bei guter Adressenauswahl werden Sie damit gute Erfolge erzielen. Und wenn Sie ein interessantes Produkt oder eine attraktive Sonderaktion anbieten können, werden sich wenige Angerufene im B2B-Bereich gestört fühlen.

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Forschungsprojekte professionell managen

Eine Google-Suche zu dem Thema „Projektmanagement im Forschungsbereich“ ist relativ unergiebig. Offenbar konzentriert sich die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Projektmanagement im Wesentlichen auf kommerzielle Projekte z.B. im Anlagenbau  oder in der Softwareentwicklung. Dabei stehen im Forschungsbereich ganz andere Fragen im Vordergrund als bei kommerziellen Projekten oder auch Entwicklungsprojekten.

Das Risiko des kompletten Scheiterns ist bei kommerziellen Projekten meist relativ gering. Denn ein Unternehmen wird es sich sehr genau überlegen, ein Projekt mit ungewissem Ausgang anzunehmen, denn das Scheitern kann die Existenz der ganzen Firma aufs Spiel setzen.

Deswegen steht die Frage des WAS? bei kommerziellen Projekten in der Projektabwicklung im Hintergrund; Es gibt im Allgemeinen einen Vertrag mit dem Kunden, der definiert, welches Erzeugnis zu wann in welcher Qualität und zu welchem Preis geliefert werden soll. Es geht dann mehr um das WIE? Das heißt, wie soll das Projekt genau ablaufen, wer soll das Projekt leiten, mit welchen Lieferanten wird zusammengearbeitet, wo wird gefertigt usw.

Bei Entwicklungsprojekten gibt es meistens wenigstens ein Pflichtenheft, das zur Strukturierung des Projektes herangezogen werden kann.

Bei Forschungsprojekten dagegen ist es am Anfang des Prozesses häufig völlig unklar, worin das inhaltliche Ziel genau besteht und ob es überhaupt erreicht werden kann. Es besteht also ein hohes Risiko, das Projektziel insgesamt zu verfehlen.

Diese Unklarheiten sollten den Projektverantwortlichen aber nicht davon abhalten, wenigstens die bekannten Ziele und Randbedingungen zu dokumentieren. In der Praxis scheint dies aber oft nicht zu passieren. Auf einem Workshop, den ich an einer Universität mit Doktoranden durchgeführt habe, musste ich feststellen, dass bei vielen Teilnehmern die grundlegendsten Kenntnisse über das Projektmanagement nicht vorhanden waren. Viele Projekte der Teilnehmer schleppten sich offenbar dahin oder verliefen irgendwie im Sande. In Zeiten leerer Kassen und einem sich verschärfenden globalen Wettbewerb ist diese Verschwendung von Ressourcen natürlich auf Dauer nicht hinnehmbar. Wie kommt es aber dazu, dass Forschungsprojekte nicht immer professionell gemanagt werden?

Neben der schieren Unkenntnis von Projektmanagement-Tools kommt es sicher auch daher, dass bei kommerziellen Projekten meist ein Auftraggeber klar definiert ist, der einen Projektleiter mit der Durchführung eines bestimmten Projektes betraut. Forschungsprojekte entstehen dagegen häufig aus offenen Fragestellungen, die sich in einem laufenden Forschungsprozess ergeben. Der Forscher ist also sein eigener Auftraggeber und gleichzeitig sein eigener Projektmanager.

Nutzen von Projektmanagement

 

Daraus können erhebliche Gefahren bei der Durchführung des Projektes entstehen: Wenn für den Forscher die Richtung klar erscheint und er deshalb die Projektziele, den Zeitplan und die zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht sauber definiert, ist ein späteres Projektcontrolling kaum möglich: Die genaue Definition von Zielen und Zwischenzielen (Meilensteinen) und die Überprüfung ihrer Einhaltung sind aber unerlässliche Mittel, um rechtzeitig

  • Korrekturmaßnahmen einzuleiten,
  • die Ziele neu zu definieren
  • oder auch das Projekt abzubrechen

 

Meilensteine im Projekt

Meilensteine im Projekt

Und auch die Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten und mit externen Partnern ist wesentlich einfacher, wenn eine schriftliche Dokumentation (siehe DIN 69901) existiert über

  • Zielvorgaben
  • Ressourcen in zeitlicher, finanzieller, personeller und anderer Hinsicht
  • die Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben
  • und die projektspezifische Organisation

Jedes Projekt gliedert sich in 4 Phasen:

  • Definition
  • Planung
  • Durchführung
  • Abschluss

Gerade in der Definitionsphase ist der gezielte Einsatz von Kreativtechniken wie z.B. Brainstorming und Mindmapping sehr wichtig, um systematisch Ideen zu generieren und sich nicht zu früh auf eine Richtung festzulegen.

Planabweichungen sind nicht immer negativ

Natürlich folgen in Forschungsprojekten die Phasen nicht immer sequentiell aufeinander. Denn bei festgestellten Abweichungen vom Projektplan kann es durchaus dazu kommen, dass Ziele neu definiert werden und der ganze Projektplan noch einmal überarbeitet und angepasst werden muss. Dies muss nicht negativ sein: Vielleicht ergeben sich neue Chancen in Form neuer Anwendungsfelder oder auch verbesserter Leistungsdaten, und die Ziele können nach oben revidiert werden.

 

Phasen im Projekt

Phasen im Projekt

Es kann sinnvoll sein, die Aufgaben des Projektmanagements zumindest teilweise an andere Mitarbeiter zu delegieren, denn jeder Mensch hat unterschiedliche Stärken und Schwächen. Eine sorgfältige Projektdokumentation, das Nachhalten des Projektbudgets oder regelmäßige Einladungen zu Projektmeetings vertragen sich vielleicht nicht mit einem freien und kreativen Forschergeist. Diese Aufgaben sind aber auch sehr wichtig um das Projekt erfolgreich abzuschließen.

Fazit

Die wesentlichen Instrumente des Projektmanagements haben auch für Forschungsprojekte ihre Gültigkeit. Besonderes Augenmerk sollte auf die Anfangsphase gelegt werden, in der Kreativtechniken wichtig sind, um das Gesichtsfeld nicht zu schnell einzuengen. Und in der Projektdurchführung sollte damit gerechnet werden, dass auch einmal in eine frühere Phase zurück gesprungen werden muss, um geänderte Rahmenbedingungen oder neu definierte Ziele zu berücksichtigen.

Quellen

  • Projektmanagement in der Forschung, von Dr. Daniel Baumann, Dr. Olga Pardo Escher und Urs Witschi, in: Projektmagazin.de, 12/2005
  • DIN 69901
Erfolgsfaktoren für die Softwareeinführung

10 Erfolgsfaktoren bei der Einführung neuer Unternehmenssoftware

 

Unser Team für die Prozessanalyse

„Wir können nicht pünktlich liefern, denn wir führen gerade eine neue Unternehmens-Software ein.“ Wer hat diesen Spruch nicht schon einmal von einem Lieferanten gehört? Bei meinem früheren Arbeitgeber war ein wichtiger Lieferant durch sein neues ERP-Paket für mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt. Dem für uns zuständigen Verkäufer gelang es nur durch seine guten Beziehungen zum Personal im Auslieferungslager, für uns Produkte durch die Hintertür aus dem Lager zu schmuggeln.

Auch über 40 Jahre nach Gründung von SAP, der großen deutschen Softwareschmiede, gehört es zu den großen Abenteuern im Geschäftsleben, eine neue Unternehmens-Software einzuführen. Aber wer möchte nicht „durchgängige Geschäftsprozesse [etablieren] und  somit sämtliche Unternehmensbereiche nahtlos zusammenführen“ wie es die SAP-Homepage verspricht?

Im Werbespruch von SAP steht aber schon ein wichtiges Wort: Es geht nicht allein um die Einführung einer Software, sondern um durchgängige Geschäftsprozesse. Die Geschäftsprozesse entstehen nicht in der Software, sondern die Software muss die Prozesse im realen Unternehmen abbilden. Es geht also nicht in erster Linie darum, ob eine bestimmte Software funktioniert oder nicht. Sondern es geht darum, ob die Software zu den Geschäftsprozessen passt und umgekehrt. Jede moderne Software kann in gewissen Grenzen an das jeweilige Unternehmen angepasst werden. Und die Einführung einer neuen Software ist ein guter Anlass, etablierte Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und zum Beispiel die Möglichkeiten der Automatisierung von Wiederholprozessen zu nutzen.

Die Auswahl des richtigen Softwarepakets ist sicher ein wichtiger Baustein, ein solches Projekt zum Erfolg zu führen. Das allein reicht aber bei weitem nicht aus: Ich kenne ein Beispiel, in dem zwei Firmen aus der gleichen Branche die gleiche Software eingeführt haben. Bei einer Firma lief die Software vom ersten Tag an relativ rund, während die andere noch Monate nach der Einführung schwere Probleme hatte und die Verantwortlichen sich ernsthaft fragten, ob sie die richtige Software ausgewählt hatten.

Welches sind nun aber die Erfolgsfaktoren bei der Einführung einer neuen Unternehmens-Software?

Erfolgsfaktoren bei der Einführung

1.     Einbindung der Unternehmensleitung:

Die Unternehmensleitung muss die Einführung vorantreiben und für die neue Software bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werben. Die Geschäftsleitung hat auch die Aufgabe, die Projektleitung zu unterstützen und durch Motivationstiefen zu ziehen. Dieses unbedingte Commitment der Geschäftsleitung ist besonders wichtig, wenn auf Geheiß der Konzernleitung in einem Tochterunternehmen eine neue Software eingeführt wird, die im Konzern Standard ist.

2.     Änderung von Abläufen

Es muss klar sein, dass die neue Software auch Änderungen von Abläufen nach sich ziehen wird. Fast jede Änderung in Abläufen erzeugt Angst bei den Betroffenen. Und so ist es eine wichtige Aufgabe, aus den Betroffenen Beteiligte zu machen, die Änderungen in ihrem Arbeitsgebiet als Chance sehen und aktiv vorantreiben. Hier kann es sehr sinnvoll sein, auf externe Berater zurückzugreifen, die Erfahrung in der Prozessanalyse haben.

3.     Einbeziehung von Key-Usern

Die Einbeziehung von Key Usern bereits in der Konzeptphase bewirkt, dass keine Prozesse und darauf basierend Verfahren konzipiert werden, die am Geschäft vorbei laufen. Dadurch wird von Anfang an die Praktikabilität als auch die Akzeptanz gefördert. Diese Leute sind dann auch eine große Hilfen bei der Einführung und danach. Dieses gilt selbst dann, wenn die Entscheidung für ein bestimmtes Produkt noch nicht gefallen ist.

4.     Dokumentation:

Mit der Einführung einer neuen Software hat das Unternehmen die einmalige Chance, den Mitarbeitern eine ausführliche Dokumentation der Prozessabläufe sozusagen als „Abfallprodukt“ zur Verfügung zu stellen. Dieses ist häufig auch ein großer Vorteil gegenüber dem „alten Stand“, weil Dokumentationen über Prozesse, Verfahren etc. lückenhaft sind bis gänzlich fehlen.

5.     Interner Projektleiter

Aus meiner Erfahrung ist es sehr ratsam, eine Person aus dem Unternehmen zum Projektleiter zu ernennen. Diese Person hat die Aufgabe, die notwendigen Änderungen an den Geschäftsprozessen zu koordinieren und als Ansprechpartner für die externen Software­spezialisten zu dienen. Es ist gut, wenn dieser interne Projektleiter auch ein gewisses Maß an IT-Wissen mitbringt, um mit den Softwarelieferanten auf Augenhöhe diskutieren zu können. Oder Sie nehmen sich einen vertrauenswürdigen unabhängigen Berater, mit dem Sie die State­ments der Softwarelieferanten diskutieren können. Denn „geht nicht zu ändern“ kann auch eine Umschreibung sein von „wollen wir nicht ändern“.

6.     Tests und Schulungen

Eine ausgedehnte Test- und Schulungsphase, in der Benutzer aus jeder Abteilung geschult und die Abläufe getestet werden, gehört unbedingt dazu. Fast jede Software muss auf das Unternehmen angepasst werden, und auch die Zugriffsrechte der einzelnen Benutzer passen in der Regel nicht von Anfang an, so dass für jede Abteilung mehrere Durchläufe eingeplant werden sollten.

7.     Positives Beispiel

Für viele Beschäftigte werden sich durch die neue Software und durch neue organisatorische Abläufe Änderungen ergeben, die oft zunächst als negativ empfunden werden. Suchen Sie sich also eine Abteilung, die eindeutig von der neuen Software profitiert. Und sehen Sie zu, dass diese Abteilung vom ersten Tag an erfolgreich mit der Software arbeitet. Nutzen Sie diese Abteilung als positives Beispiel, wenn die Klagen mal wieder überhand nehmen.

8.     Offenheit und Verständnis

… sind ebenfalls wichtige Bausteine, um das Projekt erfolgreich zu machen: Von Anfang an muss klar sein, dass das laufende Geschäft weitergehen muss, und die Einführung der neuen Software arbeitsmäßig „on Top“ kommt. Damit diese zusätzliche Belastung durch die Belegschaft getragen wird, ist es wichtig, die Vorteile der neuen Software für das gesamte Unternehmen herauszuarbeiten und den Beschäftigten zu vermitteln und sie zu motivieren, das Projekt aktiv zu unterstützen.

9.     Mehrarbeit abfedern

Um Mehrarbeit abzumildern kann es sinnvoll sein, Praktikanten und Aushilfen zu beschäftigen, die vorübergehend einen Teil der Tagesarbeit übernehmen.

10.Integrierter Test

Moderne Unternehmenssoftware soll zu einer engeren Zusammenarbeit aller Unterneh­mensbereiche und zu einer besseren Transparenz beitragen. Nach meiner Erfahrung ist es eine für viele Beschäftigte sehr interessante Übung, in der Testphase einen oder mehrere Kundenaufträge von A bis Z mit allen Beteiligten von der Auftragsannahme bis zur Auslieferung und Rechnungslegung durchzuspielen. Diese Übung schafft Verständnis für die anderen Abteilungen.

Unsere Leistungen für Sie:

  • Prozessanalyse und Prozessdesign
  • Schnittstelle zwischen Unternehmen und IT-Dienstleister
  • Projektmanagement
  • Übersetzung und Dolmetschen bei der Zusammenarbeit mit ausländischen Softwarelieferanten und Konzerngesellschaften
Was gibt es Neues

Was gibt es Neues?

Neuigkeiten ziehen immer

Neuigkeiten ziehen immer

Klicken Sie auch so gern auf  „News“ oder „Aktuelles“ auf Unternehmens-Websites?

Diese Seiten gehören nach meiner Erfahrung zu den am häufigsten angeklickten Seiten auf Unternehmens-Homepages. Peinlich nur, wenn die neueste Meldung sechs Monate alt oder noch älter ist oder in einem Jahr überhaupt nur drei oder vier Meldungen erschienen sind.

Da die Seiten so oft angeklickt werden sind sie eine hervorragende Möglichkeit, um die Besucher der Homepage über neue Entwicklungen oder kürzlich abgeschlossene Projekte zu informieren. Die einzelne Meldung muss gar nicht so lang sein. Die Gesamtheit der Meldungen  im letzten Jahr gibt einen sehr guten Eindruck davon, womit sich das Unternehmen beschäftigt und was die aktuellen Entwicklungen sind. Dieser Absatz ist z.B. 120 Wörter lang und es dauert ungefähr 25 Sekunden ihn zu lesen. Viel mehr Zeit haben Ihre Besucher sowieso nicht für eine einzelne Meldung.

Auch für Ihre Facebook-Seite

Die Tipps in diesem Artikel eignen sich natürlich auch für Ihre Facebook-Präsenz. Auch diese Seiten leben davon, dass Sie Ihre Abonnenten regelmäßig informieren und auf dem Laufenden halten. Und Sie können übrigens auch mit wenig Aufwand relativ zielgerichtet Werbung auf Facebook betreiben und so Ihre Meldungen hervorheben. Meiner Erfahrung nach erzeugen Sie mit guten Meldungen auf Facebook eine relativ gute virale Wirkung, aber ich konnte noch nicht feststellen, aus wievielen der „Liker“ und „Teiler“ tatsächlich zahlende Kunden werden.

Und wenn es sich um eine Neuigkeit von allgemeinem Interesse handelt, können Sie auch Ausschnitte aus Ihrer Meldung oder eine abgewandelte Fassung davon in entsprechenden Fachforen auf Facebook oder auch Xing posten oder als Pressemitteilung herausgeben.

Die Checkliste

Es gibt fast immer etwas zu sagen. Gehen Sie doch einfach mal die folgende Checkliste durch und ich bin sicher, dass Ihnen Dinge aus Ihrem eigenen Unternehmen einfallen, die berichtenswert sind:

  • Welche interessanten Aufträge haben Sie in den letzten vier Wochen bekommen?
  • Welche interessanten Projekte haben Sie fertig gestellt?
    – Interne Projekte
    – Projekte für Kunden
  • Referenzen, Rückkopplungen von Kunden
  • Hat das Unternehmen kürzlich Auszeichnungen gewonnen?
  • Gibt es neue Qualifikationen oder Zertifizierungen?
  • Hat das Unternehmen an einem Sportwettbewerb teilgenommen, z.B. einem Firmenlauf?
  • Gibt es Aktivitäten im Bereich Sponsoring/Charity?
  • Nimmt das Unternehmen an Ausstellungen teil (Ausblick / Rückblick)
  • Sind Schlüsselpositionen im Unternehmen neu besetzt worden?
    Wenn ja welche, was waren die Gründe, Details über die neue Person, Hintergrund der Neubesetzung
  • Gibt es neue Produkte, die vorgestellt werden sollen?
  • Wie ist das Jahr bisher gelaufen, wie ist der Ausblick?
  • Gibt es neue Partnerschaften / Kooperationen?
  • Geplante Events
  • Sonderangebote / Sonderposten / Saisonaktionen (z.B. Wintercheck beim Auto)

Sehr viele Besucher Ihrer Homepage möchten wissen, was es bei Ihnen Neues gibt. Deshalb ist die News-Seite so wichtig. Auf der News-Seite haben Sie die Möglichkeit, die Besucher in sachlicher Form auf diejenigen Dinge hinzuweisen, die IHNEN wichtig sind und die gleichzeitig wegen der Neuheit einen hohen Informationswert für die Besucher der Homepage haben. Und Sie können dies besonders wirkungsvoll in Form von kleinen Geschichten tun.

Natürlich können Sie von der Meldung auf die entsprechende Produktseite oder eine andere Seite verlinken.

Wo ist das Problem?

Es gibt nicht viele Mitarbeiter, die in vertretbarer Zeit einen Artikel in veröffentlichungsfähiger Form abliefern können. Oft steht ihnen auch ihr eigener Perfektionismus im Wege. Dazu kommt: In technisch ausgerichteten Unternehmen gehört technischer Sachverstand dazu, Meldungen zu verfassen. Nun sind Techniker und Ingenieure meistens fest  in ihre Projekte eingebunden und haben weder die Zeit noch die Neigung dazu, News-Meldungen zu verfassen. In diesem Fall wenden Sie sich an Dienstleister, die diese Aufgabe gern für Sie übernehmen.

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Pflegen Sie Ihre Kunden!